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Text der Woche

3.02.12

Karrierebewusste Männer, genügsame Frauen

Alle reden von der Quote. Die braucht das Friseurhandwerk nicht, höchstens für Männer. Oder doch lieber nicht?

VON ANGELIKA BASDORF

Seit je gilt der Friseurberuf als Traumjob für Mädchen, und die Ausbildungszahlen sprechen in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache: Nur zehn Prozent der Lehrlinge sind männlich – eine Konstante, seit es die Ausbildungsstatistiken gibt. Ein knappes Viertel der Gesellenprüflinge legt irgendwann die Meisterprüfung ab. Das Verhältnis Männer zu Frauen bleibt nahezu unverändert. Darüber, wie das Geschlechterverhältnis später bei den Existenzgründungen ist, gibt es keine Statistik. Zwar nimmt man viele erfolgreiche Friseurunternehmerinnen wahr, aber der typische Friseursalon besteht eben doch aus einem männlichen Chef und durchschnittlich vier Mitarbeiterinnen. Bei größeren Salons gibt es dann auch den einen oder anderen männlichen Kollegen, generell ist das Verhältnis 1:9 gut erkennbar.
Bei Udo Walz in Berlin ist das anders. Etwa zwei Drittel seiner Angestellten sind Männer. „Sie haben es leichter, Frauen zu beraten“, sagt der Chef. „Und sie beraten anders.“ Außerdem seien Männer, die den Friseurberuf ergreifen, meistens ehrgeiziger als ihre Kolleginnen. Das erfährt man auch als Kundin in einem x-beliebigen Salon. Fragt man dort den Jung-Stylisten nach seinen beruflichen Zielen, so lauten diese in der Regel Meisterprüfung und irgendwann die Eröffnung eines eigenen Geschäfts. Stellt man der Jung-Stylistin die gleiche Frage, fällt die Antwort eher schwammig aus.
Saloninhaber klagen seit Langem über die hohe Fluktuation. Kaum habe man die jungen Damen durch die Gesellenprüfung gebracht und sie möglicherweise noch zu etlichen Fortbildungen geschickt, kündigen sie – meistens aus privaten Gründen. Die Lebensverhältnisse können sich eben gerade bei jungen Frauen relativ schnell drastisch ändern – Auszug bei den Eltern, ein neuer Freund, eine gemeinsame Wohnung in einer anderen Stadt: Die Friseurin stellt ihre Karriere hinten an, zumal es am neuen Wohnort ja auch Friseurbetriebe gibt, bei denen sie sich bewerben kann.
Hängen die Probleme des Friseurhandwerks – wie etwa die Atomisierung der Branche, Dumpingpreise und Niedriglöhne - vielleicht auch damit zusammen, dass das Gros der Berufsstarterinnen die Entscheidung für den Friseurberuf nicht aus voller Überzeugung trifft? Eine Ausbildung, ja. Irgendetwas muss man lernen. Und für Frisuren und Mode interessiert man sich sowieso. Ein junger Mann dagegen muss sich für diese Berufswahl rechtfertigen. Wieso will er einen „Frauenberuf“ lernen? Welche Karrierechancen hat er? Kann er damit eine Familie ernähren? Um alle diese Fragen positiv zu beantworten, weiß er von Anfang an genau, dass er es mindestens bis zur Meisterprüfung bringen muss. ER trifft seine Berufsentscheidung aus voller Überzeugung und bleibt ihr ein Arbeitsleben lang treu. SIE hat auf der Strecke bis zur Pensionierung viele andere Optionen.



27.01.12

Generationswechsel in Familienbetrieben

Studie: Der demografische Wandel hat auch Auswirkungen auf die Unternehmensnachfolge im Handwerk

VON ANGELIKA BASDORF

Früher war es selbstverständlich: Ein Familienbetrieb wurde von Generation zu Generation weitergegeben. Heute finden nur noch 41,2 Prozent der Übergaben familienintern statt – und dieser Anteil sinkt kontinuierlich. Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi) haben drei Institute für Mittelstandsforschung und der Stiftungslehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensnachfolge der Universität Siegen den Generationswechsel im Mittelstand vor dem Hintergrund des demografischen Wandels untersucht. Die Ergebnisse der Studie und erste Schlussfolgerungen daraus wurden jetzt im Rahmen einer Tagung vorgestellt.

Den Text finden Sie unter http://angelika-basdorf.suite101.de/generationswechsel-in-familienbetrieben-a129613



20.01.12

Wie kreativ ist das Handwerk?

Der Begriff „Kultur- und Kreativwirtschaft“ ist erst ein paar Jahre alt. Jetzt liegen erstmals gesicherte Zahlen für das in diesem Sektor tätige Handwerk vor.

VON ANGELIKA BASDORF

Um die gesellschaftliche Relevanz des Handwerks als schöpferische Kraft ging es bei einer Tagung im Bundeswirtschaftsministerium (BMWi), an der 72 Experten aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, dem Handwerk, öffentlichen Einrichtungen, verschiedenen Landesregierungen und der Bundesregierung teilnahmen. Im Mittelpunkt stand die Studie „Das Handwerk in der Kultur- und Kreativwirtschaft“, die im Auftrag des BMWi vom Volkswirtschaftlichen Institut für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen und dem Büro für Kulturwirtschaftsforschung Köln erarbeitet worden war. Die Studie orientiert sich an der Definition der Wirtschaftsministerkonferenz, dass unter Kultur- und Kreativwirtschaft diejenigen Unternehmen erfasst werden, welche sich mit der Schaffung, Produktion, Verteilung und/oder medialen Verbreitung von kulturellen beziehungsweise kreativen Gütern und Dienstleistungen befassen.

Den Text finden Sie unter http://angelika-basdorf.suite101.de/wie-kreativ-ist-das-handwerk-a129615



13.01.12

Zehn Stücke vom Tischler aus Boppard

VON ANGELIKA BASDORF

Grund zur Freude im Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK): Der in der Design-Sammlung vorhandene Bestand an Bugholzmöbeln konnte mit zehn ganz frühen Stücken aus dem Hause Thonet ergänzt werden. Sie stammen aus zwei herausragenden Privatsammlungen und spiegeln in ihrer kunsthistorischen und kunsttechnologischen Aussagekraft die Schaffensperiode des Begründers der österreichischen Bugholzmöbel-Industrie Michael Thonet zwischen 1842 und dem weiteren Wirken seiner fünf Söhne bis 1896 wider.
Das Spektrum reicht vom sogenannten Bopparder Stuhl (1840/42) im Biedermeier-Stil über den als „Caféhaus-Stuhl“ bekannt gewordenen Stuhl Nr. 4 (um 1856) bis zum aufsehenerregenden eleganten Schaukelsofa (1876). Jedes Objekt steht stellvertretend für eine technologische Entwicklung des Bugholzmöbels und beleuchtet zugleich eindrucksvoll die Firmengeschichte der Gebrüder Thonet. „Jedes Stück ist ein designhistorischer Leckerbissen, die ganze Gruppe besitzt eine unglaubliche Aussagekraft“, freut sich Werner Nett, Restaurierungsleiter im MAKK und begeisterter „Thonetologe“.
Die Sonderschau über die Firmengeschichte, die Erfindung und Weiterentwicklung der Bugholzmöbel ist bis zum 26. Februar im MAKK zu sehen, während der IMM-Passagen (16. bis 21. Januar) von 11 bis 22 Uhr bei freiem Eintritt.
makk.de



6.01.12

Friseure brauchen (k)eine Homepage

Während in vielen Berufen das Internet zum wertvollen Werkzeug geworden ist, spielt es im Friseurhandwerk bislang eine untergeordnete Rolle. Zu Recht?

VON ANGELIKA BASDORF

Ihre Homepage sei ein Thema, das sie sich immer wieder vornehme, sagt Kirsten Ellen Vietze. Denn schließlich lebe ihr Salon auf der Friedrichstraße in Berlin-Mitte auch vom „Friseurtourismus“. Es gebe viele Kunden, die ihren Berlinbesuch nutzen, um zum Friseur zu gehen. „Und die suchen im Internet nach einem passenden Salon“, sagt die Vizeweltmeisterin i.T. von 1994. Seit 2002 hat die „Kirsten Ellen Vietze Friseur & Kosmetik GmbH“ eine Homepage, erstellt von einem Semi-Profi aus dem Bekanntenkreis. So soll es auch bleiben, auch wenn momentan an einem Relaunch gefeilt wird. Die Texte schreibt Vietze selbst, mit einer Kundin zusammen. „Das Ganze soll nicht zu aufwendig werden, aber auf jeden Fall die Möglichkeit bieten, mit uns per E-Mail in Kontakt zu treten. Das entlastet vom Beratungsaufwand am Telefon“, sagt Vietze.

Den Text finden Sie unter http://angelika-basdorf.suite101.de/friseure-brauchen-keine-homepage-a128701



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